Hier wächst was - Gemeinsam für mehr Grün in Sendenhorst und Albersloh
Mit dem Projekt “Hier wächst was” gestaltet die Stadt Sendenhorst kommunale Flächen naturnah um: für mehr Artenvielfalt, Klimaschutz und Lebensqualität im öffentlichen Raum. Das Projekt wurde am 30. September 2025 im Ausschuss für Umwelt, Mobilität und Energie beschlossen und wird von der Stadt Sendenhorst gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt.
Unsere Ziele
- Förderung der biologischen Vielfalt: durch artenreiche Blüh- und Magerwiesen
- Klimaanpassung: durch hitzeresiliente, standortgerechte Pflanzen
- Aufwertung des Stadtbildes: durch attraktive, grüne Erholungsräume
- Pflegeextensive Bewirtschaftung: durch nachhaltige Ressourcennutzung
- Beteiligung und Bildung: durch aktive Mitgestaltung der Bürgerschaft
Am Samstag, den 30. Mai, wurde am Radweg Graute Kamp gemeinsam etwas Besonderes geschaffen: Aus einer rund 300 Quadratmeter großen Rasenfläche entstand eine bunte, naturnahe Blühfläche – und die Idee dazu kam direkt aus der Nachbarschaft.
Die Anwohnerinnen und Anwohner hatten den Wunsch, die Fläche aufzuwerten und ihre eigenen Vorstellungen für mehr Natur und Lebensqualität im Wohngebiet einzubringen. Genau das wurde nun gemeinsam umgesetzt. Von 9 bis 11 Uhr packten etwa 15 Erwachsene und 15 Kinder mit viel Begeisterung mit an. Es wurde gegraben, gepflanzt, gesät und angepackt – und das bei bester Stimmung.
Besonders die Kinder waren mit großem Eifer dabei. Für sie war die Pflanzaktion nicht nur ein spannendes Gemeinschaftserlebnis, sondern auch eine tolle Gelegenheit, etwas über Natur, Pflanzen und die Bedeutung von Artenvielfalt zu lernen. Mit Schaufeln, Gießkannen und viel Neugier waren sie kaum zu bremsen und konnten am Ende stolz auf das sein, was sie selbst mitgestaltet haben.
Die Hälfte der Fläche wurde mit einer vielfältigen Staudenmischung bepflanzt. Im Herbst kommen hier zusätzlich zahlreiche Blumenzwiebeln hinzu, die künftig für weitere Farbtupfer sorgen werden, auf der anderen Hälfte wurde regionales Saatgut ausgesät. Mit weiteren Naturnahen Gestaltungselementen wie Totholzstämmen und Trockenmauerelementen werden hier in Zukunft Zahlreiche Insekten Nahrung und Unterschlupf finden.
Dass die Fläche jetzt in neuem Glanz erstrahlt, ist vor allem dem großen Einsatz der Bürgerinnen und Bürger zu verdanken. Durch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer konnten die Kosten deutlich gesenkt werden. Ehrenamtliche Unterstützung gab es außerdem vom Lohnunternehmen Nacke. Das Unternehmen hat sich kurzerhand bereiterklärt, alle vorbereitenden Arbeiten zu übernehmen. Der Baubetriebshof stellte Totholz aus dem städtischen Bestand bereit. Bäume welche aufgrund der nicht mehr gewährleisteten Verkehrssicherheit gefällt werden mussten finden hier nun eine neue Verwendung.
Die Pflanzaktion zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen ihre Ideen einbringen und gemeinsam anpacken. Die neue Blühfläche wird nicht nur ein schöner Blickfang, sondern vor allem ein Ort, an dem Natur wachsen kann. Für die Anwohnerinnen und Anwohner – und ganz besonders für die Kinder – bleibt die Aktion sicher als ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt in Erinnerung, auf dessen Ergebnis alle stolz sein können.
Die Unterhaltung der Fläche wird in Zukunft durch Ehrenamtliche Helfer aus dem Graute Kamp übernommen. Unterstützung und Anleitung werden durch die Stadtverwaltung und die Mitarbeiter des Baubetriebshofes gegeben.
Die Blühflächen wie die Flächen an der Trauerhalle oder am Graute Kamp sollen dabei nicht die letzte ihrer Art bleiben. Auch künftig sollen weitere geeignete Flächen gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern naturnah gestaltet werden. Wer Ideen oder Wünsche für die Aufwertung von Grünflächen im Stadtgebiet hat, ist herzlich eingeladen, diese bei der Stadtverwaltung einzubringen. Das Projekt zeigt, dass gute Ideen oft direkt aus der Nachbarschaft kommen – und dass gemeinsam viel bewegt werden kann, wenn Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, ihre Vorstellungen aktiv mitzugestalten.
Wir bedanken uns recht herzlich für die tolle Hilfe und Zusammenarbeit!
Was passiert bei der städtischen Beetumgestaltung?
1. Beetfläche abräumen und Boden austauschen
Zunächst wird die vorhandene Fläche vollständig abgeräumt. Stark durchwurzelter und verunkrauteter Boden sollte etwa 20 cm tief entfernt werden.
Warum ist das wichtig?
In vielen bestehenden Flächen haben sich unerwünschte, konkurrenzstarke Pflanzen (z. B. Wurzelunkräuter) etabliert. Diese würden frisch gepflanzte Stauden schnell verdrängen. Durch das Entfernen der oberen Bodenschicht wird die Konkurrenz deutlich reduziert und ein „Neustart“ für die Pflanzung ermöglicht.
2. Boden abmagern
Im nächsten Schritt wird der Boden gezielt „abgemagert“, zum Beispiel durch die Beimischung von Rheinsand. Alternativ können auch andere mineralische Materialien wie Kies, Splitt oder Lava verwendet werden.
Warum ist das sinnvoll?
Viele heimische Stauden sind an nährstoffarme Standorte angepasst. Ein zu nährstoffreicher Boden fördert hingegen starkes Wachstum von unerwünschten Beikräutern und macht die Pflanzung pflegeintensiver. Durch das Abmagern entsteht ein ausgeglichener Standort, an dem sich die ausgewählten Stauden gut entwickeln können, während konkurrenzstarke Problemkräuter weniger Chancen haben. Zusätzlich verbessert der mineralische Anteil die Drainage und verhindert Staunässe. Gleichzeitig schafft man ein lockeres, gut durchwurzelbares Substrat für die neuen Pflanzen.
3. Mineralische Mulchschicht aufbringen
Abschließend wird eine Schicht aus mineralischem Mulch (z. B. Splitt oder Kies) aufgebracht.
Warum ist dieser Schritt entscheidend?
Die Mulchschicht erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig:
- Sie reduziert das Auflaufen von Unkraut deutlich
- Sie schützt den Boden vor Austrocknung und extremen Temperaturschwankungen
- Sie verhindert das Verschlämmen der Oberfläche bei Regen
- Sie sorgt für ein gepflegtes, einheitliches Erscheinungsbild
Im Gegensatz zu organischem Mulch zersetzt sich mineralischer Mulch nicht und trägt somit nicht zur Nährstoffanreicherung bei – ein wichtiger Vorteil für standortgerechte, magere Pflanzungen.
Fazit
Mit der richtigen Vorbereitung entsteht ein langlebiges, pflegearmes und ökologisch wertvolles Straßenbegleitbeet. Heimische Stauden danken es mit einer robusten Entwicklung, attraktiven Blühaspekten und einem wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität direkt vor unserer Haustür.
Das Team hinter dem Projekt
Das Projekt wird von Tim Fiebig, Peter Wermeling und Anna Marie Ptaszek betreut.
- Tim Fiebig hatte die Idee für das Projekt und kümmert sich gemeinsam mit Peter Wermeling um die Planung, Gestaltung und Umsetzung der Flächen
- Anna Marie Ptaszek ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und beschäftigt sich außerdem mit umweltbildenden und artenschutzorientierten Aspekten
Für Fragen rund um die Patenschaft steht Ihnen unsere Ehrenamtskoordinatorin Frau Anne-Katrin Schulte gerne zur Verfügung.
Mitmachen erwünscht - Wir suchen Patinnen und Paten!
Damit die neu gestalteten Grünflächen auch langfristig gepflegt und erhalten bleiben, suchen wir engagierte Patinnen und Paten, die eine Fläche übernehmen möchten.
Was macht eine Patin oder ein Pate?
- Regelmäßige Pflegearbeiten wie Gießen, Unkrautentfernung oder kleine Instandhaltungen
- Beobachtung der Fläche und Rückmeldung an die Stadt bei besonderen Vorkommnissen
- Unterstützung der Idee: Sendenhorst und Albersloh sollen grüner, bunter und vielfältiger werden!
Selbstverständlich sind alle Patinnen und Paten im Rahmen ihrer Tätigkeit durch die Stadt Sendenhorst versichert und werden bei Bedarf mit Materialien oder Werkzeugen unterstützt.
Interesse geweckt? Hier geht's zur Pflegevereinbarung:
Herr Wermeling
Umwelt und Klima
Kirchstraße 1
48324 Sendenhorst
Frau Ptaszek
Umwelt und Klima
Kirchstraße 1
48324 Sendenhorst
Frau Schulte
Familien, Kultur und Weiterbildung
Kirchstraße 1
48324 Sendenhorst