„Rippen und Noppen informieren, leiten und warnen!“

Inklusion wird im Straßenraum immer sichtbarer. In den Ortsteilen Albersloh und Sendenhorst hat sich in den vergangenen Jahren das Erscheinungsbild durch einige Baumaßnahmen verändert. Das betrifft auch eine Vielzahl an Fußgängerüberwegen, die modernisiert oder auch neu geschaffen wurden bzw. noch werden.

Getreu dem Motto „Ein Weg für alle“ hat die Stadt Sendenhorst das Regelwerk zur Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zwingend umzusetzen und die Fußgängerüberwege nach bestimmten Anforderungen zu gestalten. Hierzu zählen auch die unter dem Oberbegriff „Taktile Elemente“ eingesetzten Rippen und Noppen und entsprechende Tastkanten mit einer vorgeschriebenen Bordhöhe. 

Auf die farblich vom Untergrund abgesetzten Rippen und Noppen sowie die Tastborde wird Birgit Stumm als ehrenamtliche Inklusionsbeauftragte immer wieder angesprochen, so auch bei den gemeinsam mit dem Seniorenbeirat initiierten inklusiven Spaziergängen durch beide Ortsteile. Auf die häufigste Frage, wie ein Fußgängerüberweg mit dem deutlich wahrnehmbaren Untergrund und hohem weißen Bord barrierefrei sein kann, hat sie inzwischen eine klare Antwort: „Die Fußgängerüberwege müssen allen gerecht werden – auch Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen. So informieren, leiten und warnen die taktilen Elemente Menschen mit einer Seheinschränkung und Blindheit.“ Der Kompromiss liegt in der Berücksichtigung aller Einschränkungen. Auch Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung können bequem ohne Tastkante die Übergänge am abgesenkten Bordstein überqueren. Der niveaugleiche, breitere Übergang befindet sich immer links oder rechts neben der schmaleren weißen Tastkante. Der Clou der neuen Übergänge ist der differenzierte Bordstein, welcher im Zusammenspiel mit den taktilen Elementen Menschen mit einer Seheinschränkung/Blindheit auch vor Gefahren warnt. Die Anordnung verrät zum Beispiel, ob es sich um einen sicheren Übergang (Zebrastreifen) handelt und in welche Laufrichtung blinde Menschen die Straße überqueren sollen. 

Aus vielen Gesprächen weiß Birgit Stumm, dass mit diesem Hintergrundwissen die neuen Fußgängerüberwege anders betrachtet werden. Sie sind auch ein Zeichen eines inklusiven Stadtbildes. „Weitersagen - wir können etwas bewegen““, so Frau Stumm, deren Anliegen es stets ist, die Öffentlichkeit für inklusive Themen zu sensibilisieren.

Viel Unterstützung erfährt sie hierbei mittlerweile durch den Arbeitskreis Inklusion, der sich mit diesen und vielen anderen Themen beschäftigt. Alle an einer inklusiven Gesellschaft Interessierten sind herzlich eingeladen, sich dort einzubringen und mitzugestalten.

Kontakt: inklusion@sendenhorst.de