Mit dem Text „Das Phänomen“ des großen Kabarettisten Hans Dieter Hüsch leitete der Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel in Münster Stefan Querl seine beeindruckende Rede im Rahmen der Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Ortsteil Sendenhorst ein. Hüsch warnte schon 1981 mit eindrücklichen Worten vor sich verbreitendem Fremdenhass und Antisemitismus.
Daran anknüpfend stellte Stefan Querl die Frage nach dem Richtig oder Falsch, am Volkstrauertag werde auch an jene Opfer gedacht, deren Ziele man heute für falsch, ja sogar für verbrecherisch halte. Andererseits verneigten wir uns mit Achtung vor denen, die für ihre Ideale gekämpft hätten. Querl wies darauf hin, dass dieser Widerspruch schwer auszuhalten sei, aber zwischen „Falsch und Richtig gäbe es einen Ort, an dem wir uns treffen“ – ein Zitat des persischen Mystikers Rumi, das man in der gewaltfreien Kommunikation nutze und das aktueller denn je sei in einer Zeit, in der man sich einerseits für Frieden einsetze und gleichzeitig kriegsvorbereitende Maßnahmen träfe. Dass dieser Widerspruch von Falsch und Richtig auch auf die aktuelle Situation im Nahen Osten anzuwenden sei, unterstrich der Leiter der Villa ten Hompel durch Überziehen eines Hoodies mit der Aufschrift „Shalom“, das ein blaues mit Europasternen ablöste. Am Ende blieb der Wunsch, diese Botschaft – die Suche nach einem Ort zwischen Falsch und Richtig - auch an diejenigen weiterzugeben, die nicht an der Gedenkfeier teilnehmen konnten, beispielsweise Schulklassen oder Familien.
Die zahlreich erschienenen Gäste zeigten sich ausgesprochen beeindruckt, aber auch nachdenklich von der engagiert vorgetragenen und profunden Rede Stefan Querls.
Ihren Abschluss fand die Gedenkfeier zum Volkstrauertag im Ortsteil Sendenhorst mit einem Liturgischen Teil, gestaltet von Pfarrer Clemens Lübbers von der Kath. Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus und Pfarrer Markus Möhl von der Ev. Kirchengemeinde Ahlen/Sendenhorst, und dem Verteilen von Friedensrosen durch Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Sendenhorst. Die Stadt- und Feuerwehrkapelle Sendenhorst trug einmal mehr durch eine sensible Auswahl von Musikstücken wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei.