Im Rahmen der Interkommunalen Projekttage „Tacheles reden“ liest der Bestsellerautor und Journalist Uwe Wittstock am Donnerstag, den 31.07.2025 um 19.00 Uhr im Haus Siekmann aus seinem 2021 erschienenen Sachbuch „Februar 33. Der Winter der Literatur“. Wittstock gelang mit diesem Buch – und 2024 auch mit „Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur“ - ein großer Erfolg über ein Kapitel deutscher Literaturgeschichte im Exil, das von der Literaturkritik äußerst positiv aufgenommen wurde.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 ging es rasend schnell. Der Februar 1933 war dann der Monat, in dem sich auch für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Deutschland alles entschied. Die Literatur hatte im Deutschland der Weimarer Republik eine glanzvolle Zeit. Und nun zog sich das Netz für Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, für Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin und viele andere immer fester zu. Wie gingen die betroffenen Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit der neuen Situation in Deutschland um. Soll man fliehen oder bleiben und abwarten? Soll man sich arrangieren?
Immer ganz dicht an den Menschen, entfaltet das Buch ein Tatsachen-Mosaik der Ereignisse und vergegenwärtigt die Atmosphäre dieser Tage, die von Ängsten und Selbsttäuschung unter den Schriftstellern, von Passivität bei den einen und Entschlossenheit bei den anderen gezeichnet waren.
Uwe Wittstock wird im Rahmen seiner Lesung in Sendenhorst auch auf sein 2024 erschienenes Buch „Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur“ eingehen: Hitlers Wehrmacht hat im Juni 1940 Frankreich besiegt. Die Gestapo fahndet nach Heinrich Mann und Franz Werfel, nach Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger und unzähligen anderen, die seit 1933 in Frankreich Asyl gefunden haben. Derweil kommt der Amerikaner Varian Fry nach Marseille, um so viele von ihnen wie möglich zu retten. Uwe Wittstock erzählt die aufwühlende Geschichte ihrer Flucht unter tödlichen Gefahren.
Moderiert wird die Veranstaltung von Gerd Wilpert, Vorsitzender des Vereins Woche der Brüderlichkeit e.V. Der Verein Woche der Brüderlichkeit e.V. und die Stadt Sendenhorst laden herzlich zum Besuch der Lesung ein. Der Eintritt ist frei. Ein Büchertisch ist vorhanden.
Zur Person des Autors Uwe Wittstock:
Uwe Wittstock wurde 1955 in Leipzig geboren, wuchs aber in Bonn und später in Köln auf. Nach dem Studium in Köln wurde er 1980 Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in der Literaturredaktion von Marcel Reich-Ranicki.
Von 1989 bis 1999 war er als verantwortlicher Lektor für deutschsprachige Literatur im S. Fischer Verlag tätig und parallel dazu Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Neue Rundschau“. 1992 nahm er eine Gastprofessur als „Critic in Residence“ an der Washington University in St. Louis (Missouri) wahr.
Von 2000 bis 2010 war er Redakteur der „Welt“, zunächst als stellvertretender Leiter des Feuilletons, danach als Kulturkorrespondent erst in Paris und später in Frankfurt am Main.
Von 2010 bis 2017 war er Literaturredakteur des Nachrichtenmagazins "Focus", zunächst in München, dann in Berlin. Seit 2018 ist Uwe Wittstock freier Schriftsteller und Journalist.