„Tacheles reden“ – Interkommunale Projekttage setzen Zeichen gegen Antisemitismus

Sendenhorst. Konzerte, Theater, Ausstellungen, Autorenlesungen, Open Air-Kino, Podiumsdiskussionen – breit gespannt ist der Bogen der Interkommunalen Projektreihe „Tacheles reden“, die ab dem 2. Juni in Drensteinfurt, Ennigerloh, Everswinkel, Oelde, Sassenberg und Sendenhorst stattfinden wird. Den Auftakt in Sendenhorst macht eine Veranstaltung mit Nils Oskamp, der am Dienstag, den 3. Juni 2025 um 19.00 Uhr im Haus Siekmann aus der Graphic Novel „Drei Steine“ liest. Der Grafiker, Illustrator und Autor engagiert sich im Kampf gegen Rechtsradikalismus und richtet sich mit seinen Comics und Bildgeschichten ebenso an Jugendliche wie Erwachsene. 

In den Städten und Gemeinden teilen immer mehr Verantwortliche die Sorge, dass Judenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden verstärkt um sich greift und oft bis in die Mitte der Gesellschaft reicht. Aus diesem Grund haben sich die sechs genannten Städte und Gemeinden zusammengetan, um Ausgrenzung, Hass und Fake News mit Information und Aufklärung entgegenzuwirken und Menschen aller Altersgruppen für das Thema Antisemitismus zu sensibilisieren.

Die steigende Zahl von Übergriffen auf Jüdinnen und Juden und jüdische Einrichtungen haben dazu geführt, dass sich viele von ihnen in Deutschland nicht mehr sicher fühlen.

„Es darf uns nicht gleichgültig sein, dass jüdisches Leben in Deutschland massiv bedroht wird und Jüdinnen und Juden um ihre Sicherheit fürchten müssen. Es ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe dem entschieden entgegenzutreten, Aufklärungsarbeit zu leisten und kreativ und direkt Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen“, so Bürgermeisterin Katrin Reuscher.

In der Stadt Sendenhorst koordiniert der Verein „Woche der Brüderlichkeit e.V.“ mit Unterstützung der Stadt Sendenhorst die Veranstaltungen vor Ort. Die Federführung des großzügig vom Land geförderten Gesamtprojektes liegt beim Drensteinfurter Bürgermeister Carsten Grawunder, Projektkoordinatorin ist Regina Helm-Rickes.

In den nächsten fünf Monaten werden in den sechs Kommunen an die 40 Veranstaltungen unterschiedlicher Art durchgeführt, die alle dem einen Ziel dienen: eine klare Absage an alle totalitären Ideologien und Hassbotschaften getreu dem Motto „Schon wieder? Nie wieder!“

So wird bereits ebenfalls am Dienstag, den 3. Juni 2025 im Oelder Rathaus eine Zweitzeugenausstellung eröffnet. Zweitzeugen sind Menschen, die Überlebende des Holocausts, Kriegsopfer und Verfolgte noch aus eigenem Erleben kennen und ihre Erlebnisse und Schrift-, Bild-, Film- oder Fotodokumenten weitergeben, wenn es dies Zeitzeugen nicht mehr gibt. 

 

Kontakt:

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